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DELPHI-METHODE
Beschreibung
Diese mehrstufige Befragungsmethode wird schriftlich unter Experten/innen verschiedener Fachbereiche durchgeführt, um das Eintreffen bestimmter Zukunftsereignisse oder die Beurteilung von Entwicklungstrends zu eruieren.

Basis ist das individuelle und intuitive Urteil der Fachleute, denn es wird davon ausgegangen, daß sie in ihrem Fachgebiet über besonders viel Wissen verfügen, und daher mögliche Entwicklungen aufgrund von "guten" und "schlechten" Informationen gut abschätzen können. Durch die Information der Teilnehmer/innen über die Gruppenantwort entsteht ein Rückkopplungsprozeß, wodurch die Einzelnen die Möglichkeit ihrer Aussagen zu überprüfen bzw. zu vergleichen.

Durch die wiederholte Befragung soll die Meinungsspannbreite der Fachleute verringert und eine Konvergenz der Meinungen erreicht werden.

Voraussetzungen
Eine wichtige Voraussetzung ist die sorgfältige Auswahl von Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen, die ein Urteil zu der zu untersuchenden Fragestellung abgeben können.
Die Zahl der Fachleute ist stark von der zugrundeliegenden Themenstellung abhängig. Manchmal genügen 7, üblich ist jedoch eher eine Beteiligung von 50 bis 100 Personen. Auch muß die Bereitschaft zur Mitwirkung über den gesamten Ablauf der Methode schon im Vorfeld sichergestellt sein.
Da die Befragung normalerweise schriftlich erfolgt, muß zunächst ein Fragebogen mit den relevanten Befragungsinhalten erstellt werden, der auch, insbesondere bei Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen, das unterschiedliche Hintergrundwissen berücksichtigt. Zwischen dem Versenden der Fragebögen und der Auswertung der (Zwischen-) Ergebnisse braucht es gewöhnlich 2-4 Wochen, damit die Beteiligten ausreichend Zeit zur Einschätzung der zu untersuchenden Sachverhalte haben.

Durchführung
Es gibt mehrere Schritte, die mehrfach hintereinander durchgeführt werden:
  1. Befragung der vorab ausgewählten Experten/innen anhand eines Fragebogens über ihre Einschätzungen oder Urteile zum betreffenden Sachverhalt
  2. Auswertung der eingehenden Antworten. Sie kann erfolgen z.B. nach Trends, also Aussagen, die der Mehrheit entsprechen, und Gegentrends, d.h. Antworten, die stark vom "Durchschnitt" abweichen.
  3. Vorlegen der zusammengefaßten Ergebnisse zur Revidierung und Verfeinerung.
  4. Überprüfung der Prognosen durch die Fachleute, evt
  5. neue Einschätzung der abgefragten Sachverhalte und gegebenenfalls Begründung extremer Abweichungen vom "Durchschnitt"
  6. Die Schritte 2 und 3 werden solange wiederholt (meistens viermal), bis eine Annäherung der Meinungen erfolgt
Einsatzgebiete
Da die Methode zur Trendforschung gehört, ist die Bestimmung von Entwicklungsprognosen im Technologiebereich ein typisches Einsatzgebiet. Da man oft einen Prognosezeitraum von 10 oder mehr Jahren betrachtet, eignet sie sich besonders für langfristige und komplex zu lösende Probleme. Die so erarbeiteten Beschreibungen zukünftiger Entwicklungen können auch als Grundlage für Zukunftsszenarien mit Hilfe von Szenario-Analysen dienen.

Variante: Ideen-Delphi

Beschreibung
Basierend auf dem Prinzip der intuitiven Assoziation, befragt man die Fachleute zu bestimmten Problemstellungen nach Lösungsideen, faßt diese zusammen, und legt sie zur erneuten Beurteilung und als Ansatzpunkt für die (Weiter)Entwicklung (neuer) Ideen wieder vor

(Voraussetzungen)

Durchführung
Eine Gruppe von 5-20 Personen, die zuvor über den Ablauf der Methode informiert wurden, wird schriftlich in drei Runden zur Problemstellung befragt, wobei alle anonym bleiben. Sie sollen innerhalb von 2-4 Wochen ca. 5 Lösungsansätze aufschreiben und die Liste zurückgeben. Die Vorschläge werden gesammelt, gegliedert und um Mehrfachnennungen bereinigt. Dann wird die Liste wieder an die Beteiligten ausgegeben, die nun versuchen, evt. durch die anderen Ideen angeregt, weitere Vorschläge zu finden, oder verschiedene Ideen zu kombinieren. Dann bewerten alle die ergänzte, bereinigte und neu gegliederte Liste, z.B. durch eine Rangvergabe.

Einsatzgebiete
Zur Ideenfindung und -bewertung eignet sich diese Methode besonders, wenn zur Problemlösung bestimmtes Fachwissen erforderlich ist, die entsprechenden Fachleute aber nicht gleichzeitig zusammenkommen können, oder wenn zur Entwicklung von Lösungsalternativen weitere Recherchen notwendig sind.

Vorteile
  • Eine Gruppenmeinung wird durch Zusammenfassung von Expertenwissen ermittelt, wobei die Anonymität der Beteiligten, die bei Gruppendiskussion oft nachteiligen Einflüsse vermieden werden können.
  • Durch die Weitergabe der aggregierten Ergebnisse und das mehrfache Durchlaufen der Beurteilung werden jedoch die fremden Einschätzungen berücksichtigt und reflektiert
  • Für komplexe Problemstellungen, für die es nur bedingt objektive Informationen oder Daten gibt, weil die Prognosen weit in die Zukunft reichen, ist sie oft eine der wenigen überhaupt durchführbaren Schätzmethoden.
Nachteile
  • Problematisch bei der Prognose kann die Meinungsänderung der Experten/innen in Richtung der vorherrschenden Meinung werden, die nicht unbedingt mit dem "wahren" Wert übereinstimmen muß
  • Die wiederholte Befragung im Abstand mehrerer Wochen ist sehr zeitaufwendig.
Weiterführende Informationsquellen
  • Becker, d. Analyse der Delphi-Methode und Ansätze zu ihrer optimalen Gestaltung Frankfurt, 1974
  • Chakravarti, A.K/Vasanta, b. /Krishnan, A.S.a. ; Dubash, R.K Modified Delphi Methodology for Technology Forecasting: Case Study of Electronics and Information Technology in: Technological forecasting & social change, 58, Nr. 1-2, S. 155-166, 1998
  • Seeger, T. Die Delphi-Methode: Expertenbefragung zwischen Prognose u
  • Gruppenmeinungsbildungsprozessen Freiburg, Hochschul-Verlag, 1979
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